In allen Bundesländern kann man inzwischen auch ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung zum Studium zugelassen werden. Der entscheidende Begriff in diesem Zusammenhang lautet: Berufliche Qualifikation. Doch auch wenn dieser besondere Weg in Studium bundesweit möglich ist, so muss man doch festhalten, dass sich die Regelungen über den Hochschulzugang anhand der beruflichen Vorbildung von Bundesland zu Bundesland mitunter erheblich voneinander unterscheiden.

Weit verbreitet ist beispielsweise die Möglichkeit, als Handwerksmeister oder Inhaber einer „der Meisterprüfung  gleichgestellten beruflichen Fortbildungsprüfung“ den allgemeinen Hochschulzugang zu erhalten. Hier dienen der Meisterbrief bzw. Urkunden/Zeugnisse über Ihre berufliche Weiter-/Fortbildung als notwendiger Nachweis für die entsprechende Qualifikation. Darüber hinaus können die Bundesländer weitere Zugangsvoraussetzungen festlegen – etwa die Teilnahme an einem Beratungsgespräch.

Beantragen Sie in den nachstehenden Bundesländern bei den Hochschulen die Feststellung des allgemeinen Hochschulzugangs. Die erforderlichen Antragsformulare sowie weitergehende Informationen finden Sie auf den Internetseiten der Hochschulen:
Bayern, Berlin (für die Studiengänge Pharmazie und Tiermedizin), Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen.

In NRW legen Sie die berufliche Qualifikation in Bielefeld, Bochum, Bonn, Duisburg-Essen, Düsseldorf und Köln zur Prüfung vor. Für Aachen, Bochum und Münster prüft Hochschulstart im Auftrag der Hochschulen die berufliche Qualifikation.

Für das Bundesland Baden-Württemberg benötigen Sie den Nachweis über ein geführtes Beratungsgespräch. Die Prüfung der beruflichen Qualifikation erfolgt für die Universitäten Freiburg, Tübingen und Ulm durch Hochschulstart. Für die Universität Heidelberg/Heidelberg-Mannheim liegen hierzu noch keine abschließenden Informationen vor.

Für Berlin (nur Humanmedizin/Zahnmedizin), Hessen, Niedersachsen, Saarland, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern prüft Hochschulstart die berufliche Qualifikation. Weitergehende Zugangsvoraussetzungen bestehen nicht

Etwas anders sieht es bei einer fachgebundenen Hochschulreife aus: Diese kann zum Beispiel vorliegen, wenn Sie eine mindestens zweijährige Berufsausbildung in einem dem angestrebten Studiengang verwandten Ausbildungsberuf mit anschließender mehrjähriger Berufspraxis vorweisen können.

Für die Bundesländer Berlin, Niedersachsen und NRW (hier nur Aachen und Münster) prüft Hochschulstart die berufliche Qualifikation.

In NRW legen Sie die berufliche Qualifikation in Bielefeld, Bochum, Bonn, Duisburg-Essen, Düsseldorf und Köln zur Prüfung vor.

In Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Thüringen stellen Sie den Antrag auf Erteilung einer fachgebundenen Hochschulzugangsberechtigung. Weitergehende Informationen hierzu erhalten Sie auf den Internetseiten der Hochschulen.

In Bayern haben die Universitäten Erlangen-Nürnberg, Regensburg und Würzburg Vorabquoten für Bewerber*innen mit fachbezogener Berufsausbildung und dreijähriger Berufspraxis eingerichtet. Die Vergabe der Studienplätze für Humanmedizin, Zahnmedizin und Pharmazie erfolgt durch die Hochschulen.

In den Bundesländern Bayern (hier: LMU München und Augsburg), Baden-Württemberg, Hessen, Schleswig-Holstein, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ist grundsätzlich die Teilnahme an einer Hochschulzugangsprüfung zum Erwerb der eigentlichen Studienberechtigung erforderlich. Ob die Prüfung durchgeführt wird, liegt im Ermessen der Hochschulen.

Die von den Hochschulen ausgefertigten Bestätigungen über den allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulzugang sowie die zugrunde liegende berufliche Qualifikation müssen in amtlich beglaubigten Kopien mit dem jeweiligen Zulassungsantrag eingereicht werden.

Im Bundesland Hamburg wurde beschlossen, die Bewerbungen von beruflich Qualifizierten im Verfahren für bundesweit zulassungsbeschränkte Studiengänge ab dem WiSe 2020/21 lokal abzuwickeln. Die eigens dafür eingeführte Quote hat zur Folge, dass der gesamte Bewerbungsprozess für beruflich Qualifizierte unabhängig von Hochschulstart erfolgt. Entsprechende Bewerbungen über das Bewerbungsportal von Hochschulstart werden daher vom Zentralen Vergabeverfahren ausgeschlossen.